Magenband

Für Menschen mit extremen Übergewicht, das heisst ab BMI 40, die weder durch Diäten, Medikamenten oder Ernährungsumstellung ihr Gewicht reduzieren können, wurde vermehrt verschiedene Operationsverfahren entwickelt. Die letzten Jahre hat das Magenband immer mehr Verbreitung gefunden. Viele Kliniken bieten heute diese technisch gut erprobte Operation an. Komplikationen, die während oder nach der Operation auftreten, sind sehr selten.
Das Magenband ist aus Silikon mit einem Ballon, der individuell durch eine Injektion aufgefüllt oder wieder geleert werden kann. Dadurch kann der Chirurg die Enge des Magenbandes sehr genau einstellen. Die Operation wird in der Regel laproskopisch durchgeführt. Dabei wird das Band um den oberen Teil des Magens gelegt. Dadurch wird der Magen in 2 Teile getrennt. Dem obere kleinere Magen ( Pouch=Magentasche) und einem grossen Teil unterhalb des Magenbandes. Der Pouch hat ein Fassungsvermögen von etwa 15-20 ml.
Menschen mit einem Magenband müssen ihr Essverhalten grundlegend ändern. Er muss sehr gut kauen, und die Essensmenge einschränken. Grosse Speisereste,die geschluckt werden, können den Durchgang (Stoma) vom Pouch zum Restmagen verlegen. So kann es zum Erbrechen führen, so auch wenn mehr Essen aufgenommen wird, als der Pouch fassen kann. Die Umgewöhnung findet aber in der Regel recht schnell statt. Nach 2-3 Monaten haben sich die Operierten angepasst, so dass die Häufigkeit des Erbrechens mit der Zeit kontinuierlich abnimmt.

Es ist wichtig sorgfältig einen erfahrenen Arzt zu suchen. Unter Umständen kann es sonst geschehen, dass sie an einen Arzt geraten, der seine Fähigkeiten überschätzt. Bei Vorgesprächen sollte deshalb nach der Anzahl der durchgeführten Operationen und den Komplikationen gefragt werden. Als hinreichende Zahl eines Chirurgen in Bezug auf das Magenband, gelten 50 Operationen. Wobei dies nicht heisst, dass es in einzelnen Fällen dennoch zu Komplikationen führen kann.
Ein grosser Vorteil des Magenbandes ist seine praktisch vollständige Reversibilität (Umkehrbarkeit).
Anderseits kann eine solches körperfremdes Implantat zu technischen Problemen führen (Leckagen des Schlauchsystems, Probleme durch Verwachsungen oder Infektionen außen am Magen, Verrutschen (Slippage), Vormagenerweiterung (Pouchdilatation), Probleme im Bereich des Ports (Infektionen, Verrutschen oder Drehen der Portkammer, Abreißen des Schlauches etc.).


Zwei neue Studien aus Europa kommen zu dem Ergebnis, dass verstellbare laparoskopische Magenband-Operation mit einer niedrigen Morbidität (Verhältnis der Zahl der Erkrankten zur Zahl der Gesamtbevölkerung in einem bestimmten Zeitraum) und Mortalität (Sterblichkeit) verbunden ist. In beiden Studien haben die Patienten nach 2 Jahren Die Hälfte des Ausgangsgewichtes verloren.
Da die Langzeit-Komplikationen aber nicht gering sind, sollte die laproskopische Magenband- Operation in erfahrenen Zentren durch geführt werden.